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Esperanto

Was ist Esperanto?

Esperanto ist eine Sprache, deren Ziel es ist, die zweite Sprache (neben der Muttersprache) für jeden Menschen zu werden: jeder könnte mit jedem überall auf der Welt sprechen!

Viele Menschen denken, daß so etwas auch mit Englisch möglich ist, weil es angeblich schon überall gesprochen wird. Doch das ist ein Irrtum, wie man sehr schnell erkennt, wenn man viel in der Welt herumreist.

Haben Sie schon einmal überlegt, wie wenige Menschen aus Ihrer Familie Englisch können?

In andern Ländern ist das nicht anders. Als ich einmal in einem japanischen Reisebüro Fahrkarten kaufen wollte, bin ich mit ganz vielen Prospekten wieder weggegangen. Der Angestellte hatte mich nicht verstanden, obwohl wir doch beide versucht hatten, in Englisch zu radebrechen. Ein anderes Mal, in Korea, fuhr ich ganz allein über Land. Da ist man ein Analphabet: die Schrift kann man nicht lesen und man findet ganz sicher keinen Menschen, der auch nur ein bißchen Englisch spricht.

Auch in den Menschenrechten ist das Recht auf die eigene Sprache enthalten.

Leider verstoßen UNO und UNESCO selbst gegen diese Regeln, weil sie mit ihren Arbeitssprachen alle anderen Sprachen diskriminiert.

Ähnlich sieht es heute schon in der EG aus, die zwar die Gleichberechtigung aller Mitgliedstaaten behauptet, viele Dokumente aber nur in englisch oder französisch veröffentlicht (obwohl z. B. die meisten Einwohner der EU deutsch sprechen).

Dies wird bei der Erweiterung der EU leider noch zunehmen!


Dr. Ludwig Zamenhof - Begründer des Esperanto

Warum Esperanto?

Es geht nicht nur darum, sich irgendwie verständlich zu machen. Die Verständigung sollte so gut sein wie in der eigenen Muttersprache. Dafür muß eine Sprache leicht erlernbar sein, so wie Esperanto.

Esperanto kennt keine Ausnahmen und kommt deshalb mit einer kleinen Grammatik zurecht. Deshalb kann man schnell gut sprechen.

Doch Esperanto will noch mehr. Es möchte, daß alle Menschen gleichberechtigt sind. Wenn wir uns in Englisch unterhalten, müssen wir immer die Sprache einer fremden Kultur sprechen. Die Menschen, die Englisch als Muttersprache sprechen, haben einen gravierenden Vorteil! Leider wird das heute allzu oft übersehen.

Auch in der EU ist es mit der Gleichberechtigung der 15 Amtssprachen nicht weit her, wie eine Untersuchung gezeigt hat, bei der rund eine Milliarde Dokumentationsseiten der vergangenen zwei Jahre ausgewertet wurden.

Dabei sollte man bedenken, daß Deutsch als Muttersprache zahlenmäßig mit großem Abstand in der EU führt. Außerdem hat es die größte Wirtschaftskraft und zahlt die meisten Beiträge. Wenn Deutsch schon so diskriminiert wird, dann haben die "kleinen" Sprachen überhaupt keine Chance.


Sprachnutzung in der EU Die Grafik zeigt die völlige Diskriminierung der deutschen und anderer Sprachen in der EU

Für die EU brauchen wir Esperanto

Für ein Europa, in dem alle Bürger gleichberechtigt leben können und ihre Rechte (wie z. B. die Freizügigkeit) auch nutzen können, brauchen wir eine gemeinsame Sprache, die niemanden benachteiligt und leicht erlernbar ist: Esperanto.

Esperanto wurde 1887 vom polnischen Augenarzt Dr. Ludwig Zamenhof veröffentlicht und hat sich seither überall auf der Welt ausgebreitet.

Es ist keine Schwierigkeit, in den meisten Ländern der Welt mit Esperanto zu reisen. Vielfach eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten!


Germanaj biero kaj bierkulturo Ein Buch in Esperanto aus dem MZ-Verlag. Der Titel bedeutet: Deutsches Bier und deutsche Bierkultur

Mein persönlicher Erfahrungsbericht

Ich habe Esperanto gelernt als ich 15 war, gegen den erbitterten Widerstand meiner Eltern ("Lern lieber in der Schule!"). Es war die beste Entscheidung meines Lebens!

Esperanto erweitert den geistigen Horizont, man lernt viel über andere Kulturen und wird dadurch toleranter gegen Fremdes. Auch für den Beruf ist es außerordentlich nützlich!

Meine erste lange Auslandsreise habe ich während meiner Ausbildung zum Heilpraktiker gemacht: ein halbes Jahr Asien. Vor meiner Reise habe ich an Esperanto-Sprecher in Asien geschrieben und ihnen meine Wünsche mitgeteilt.

Als ich in Jokohama ankam, wurde ich bereits am Kai erwartet. Einen Monat lang wurde ich von Gastgeber zu Gastgeber gereicht. Überall ermöglichte man mir, Naturheilkundige zu treffen.

So durfte ich in der Internationalen Akupunkturschule in Osaka hospitieren, aber auch bei einem Akupunkteur in der Praxis lernen. Außerdem lernte ich viele andere Naturheilkundige kennen.

Doch schon vorher war mir Esperanto sehr nützlich. Da ich mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren wollte, mußte ich in Moskau Pause machen. Aus dem Hotel rief ich einen Moskauer Esperanto-Delegierten an, der prompt zu mir kam und mich am Abend mit jugendlichen Esperanto-Sprechern bekanntmachte, die mir die Stadt zeigten.

Seither nütze ich Esperanto regelmäßig beruflich und privat. Alle Reisen werden mit Esperanto durchgeführt. In aller Welt habe ich Heilpraktiker und Ärzte kennengelernt, mit denen ich mich regelmäßig austausche. In vielen Ländern habe ich Vorträge über Naturheilkunde (oder auch über deutsches Bier) gehalten. Man war erstaunt, daß es auch in Deutschland Naturheilkunde gibt. Man dachte, hier gebe es nur "Westliche Medizin" (Schulmedizin).


Fuji-san in Japan Der Autor (rechts oben) mit japanischen Esperanto-Sprechern auf dem heiligen Berg Fuji (Japan, 1977)

Einfaches Reisen

Für das einfache Reisen gibt es die Delegierten des Esperanto-Weltbundes, die sich bereiterklärt haben, durchreisenden oder anfragenden Esperanto-Sprechern kostenlos zu helfen. Auch ich bin ein solcher Delegierter und hatte schon Gäse aus vielen Ländern der Erde.

Außerdem gibt es den Pasporta Servo, einen Dienst, der es einem ermöglicht, in aller Welt kostenlos bei Esperanto-Sprechern zu wohnen.

Zeitschriften, Rundfunk, Bücher...

... gibt es natürlich auch in Esperanto. Einige Radiostationen senden regelmäßig in Esperanto. In Europa sind das u. a. Polnischer Rundfunk, Radio Österreich und Radio Vatikan. International bekannt für seine Radiosendungen ist Radio Peking.

Es gibt Hunderte von Zeitschriften und Zehntausende von Büchern. Dabei handelt es sich um Originalliteratur oder Übersetzungen. Auch der MZ-Verlag hat Bücher in Esperanto herausgegeben. Außerdem geben wir die Zeitschrift von www.naturkuracado.info. Wikipedia, die freie Enzyklopädie, ist selbstverständlich auch in Esperanto verfügbar. Dabei gehört Esperanto zu den "großen" Sprachen.


INA-Revuo Die Zeitschrift der Internationalen Gesellschaft für Naturheilkunde (INA) erscheint viermal jährlich in Farbe. Die Kongreß-Nummer zum Esperanto-Weltkongreß umfaßt 52 Seiten und hat eine Auflage von 2.500 Exemplaren.

Vikipedio

In Esperanto heißt das Lexikon Vikipedio Mit mehr als 22.000 Stichwörtern gehört die Esperanto-Version zu den großen

Kongresse

Unzählige Seminare und Kongresse gibt es jährlich, die Esperanto verwenden. Der eindrucksvollste Kongreß ist sicherlich der Esperanto-Weltkongreß, der jährlich in einem anderen Land stattfinden. In 1997 war Adelaide in Australien die Kongreßstadt, in der sich Menschen aus mehr als 50 Ländern trafen. Im umfangreichen Programm gab es natürlich auch das Treffen der INA - Internacia Naturkuraca Asocio (Internationale Gesellschaft für Naturheilkunde), auf der ich den Festvortrag hielt.

In Jahr 2002 fand der Esperanto-Weltkongreß in Fortaleza, Brasilien, statt. Wie in fast jedem Jahr habe ich auch dort einen Vortrag gehalten und die Veranstaltung von INA koordiniert. Wir haben die pflanzenheilkundliche Abteilung der Universität von Fortaleza und ein Aids-Krankenhaus besucht. Besonders interessant war auch ein Besuch in einer Firma, die Kashu-Nüsse produziert. Die Scheinfrüchte, die um ein Vielfaches größer sind als die Nüsse, werden meist noch weggeworfen. Dort verwertet man sie. Wie man das macht, wurde uns in einem vielgängigen Menü gezeigt, das nur die Früchte des Kashu-Baums nutzte.


Esperanto-Weltkongreß Vor meinem Vortrag über Naturheilkunde auf dem Esperanto-Weltkongreß in Adelaide, Australien. In der Mitte, Dr. Puramo Chong aus Korea, der Vorsitzende von INA, rechts Saionji Masayuki aus Japan

Weitere Esperanto-Weltkongresse

2003 Göteborg, Schweden

2004 Peking, Volksrepublik China

2005 Vilnius, Litauen

2006 Florenz, Italien

2007 Yokohama, Japan

jährlich wird über den Kongreßort für ein weiteres Jahr entschieden. Die Kongresse haben bis zu 6.000 Teilnehmer. Das umfangreiche Programm sieht u. a. Treffen der Fachorganisationen vor, eine "Internationale Kongreß-Universität" und vielfältige kulturelle Programme (Theater, Konzerte usw.).




90. Esperanto-Kongreß in Vilnius 2005 Der Jubiläumskongreß - vor 100 Jahren fand der 1. Esperanto-Weltkongreß in Boulogne sur Mer, Frankreich, statt. Die zehn fehlenden Kongresse sind auf die beiden Weltkriege zurückzuführen.

Und die Liebe?

Die kommt natürlich auch nicht zu kurz! Meine koreanische Frau habe ich auf dem Weltkongreß in Tampere, Finnland, kennengelernt. Geheiratet haben wir in Dänemark, weil die starren deutschen Gesetze kaum noch eine Mischheirat unter akzeptablen Bedingungen gestatten. Herzlichen Dank an die dänischen Beamten für ihre freundliche Aufnahme, die wir auch gern in Deutschland erfahren hätten!

Fazit:
Esperanto ist nicht nur nützlich, es ist einfach schön! Man kann es wunderbar beruflich oder privat nutzen, auch wenn die Esperanto-Bewegung noch meilenweit von ihrem Ziel (zweite Sprache für jeden) entfernt ist.

Wann lernen Sie Esperanto?


Esperanto und die Liebe

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