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Neues Diagnoseverfahren bei Erkrankungen der Gallenwege und des Gangsystems der Bauchspeicheldrüse
Frankfurt/Main (ots) - Die modernen Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT), die auch unter der Bezeichnung Kernspintomographie bekannt ist, haben jetzt auch die Untersuchung der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse geradezu revolutioniert.
Das als "Magnetresonanz-Cholangio-Pankreaticographie" bezeichnete Verfahren kann ohne vorherige Medikation, ohne Kontrastmittel - somit ohne Patientenbelastung - angewendet werden und zeichnet sich durch eine hohe "Treffsicherheit" aus. Es ist aus diesem Grund - so die Expertenmeinung - allen anderen radiologischen Diagnoseverfahren weit überlegen.
Oberbauchbeschwerden, Verdauungsstörungen und Gelbsucht sind häufig auf Erkrankungen der Gallenwege und des Gangsystems der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zurückzuführen. Die Untersuchung dieser Gangsysteme mit Hilfe herkömmlicher Verfahren machte bisher die orale oder intravenöse Gabe eines Kontrastmittels erforderlich, sofern die einfache Ultraschalldiagnose nicht zum Ziel führte. Diese Belastung des Patienten entfällt bei der MRT; zudem werden bei der Bildgebung keine Röntgenstrahlen verwendet, da die Kernspintomographie mit Magnetfeldern und Radiowellen arbeitet.
Das moderne radiologische Verfahren der Magnetresonanz-Cholangio-Pankreaticographie (MRCP), das 1995 in Deutschland entwickelt wurde, setzt Kernspintomographen mit ultraschneller Bildgebung voraus. Die dazu verwendete Technik, das sogenannte Echo-Planar Imaging, geht auf Arbeiten von Dr. med. Dr. phil. nat. Michael K. Stehling, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Instituts für moderne Radiologische Diagnostik (ImRaD), Frankfurt am Main, zurück. Gemeinsam mit anderen Experten hat er diese Technik Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre erprobt und zur Serienreife vorangetrieben.
Die Anwendung der MRCP bedarf keiner besonderen Vorbereitung des Patienten. Er muß lediglich bis zur Untersuchung nüchtern bleiben.
Die Untersuchung dauert etwa fünf Minuten. Während der Aufnahmen muß er mehrmals für kurze Zeit die Luft anhalten. Die Untersuchung wird mit einer Darstellung der Oberbauchorgane Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz und Nieren komplettiert. Dabei wird das Befinden des Patienten nach Darstellung Dr. Stehlings in keiner Weise beeinträchtigt, er ist zudem sofort wieder arbeitsfähig.
Die Verläßlichkeit der MRCP und ihre Überlegenheit im Vergleich mit herkömmlichen Methoden ist kürzlich in einer Studie mit 300 Patienten überprüft worden (Radiology 1998, 207,1; 21-32). Danach erbrachte das Verfahren bei 299 von ihnen (99,7 Prozent) ein diagnostisches Ergebnis. In allen Fällen konnten mit der MRCP Engstellen (Stenosen) und Steine in den Gallengängen exakt nachgewiesen werden.
Nach Ansicht von Experten ist die kernspintomographische Cholangio-Pankreaticographie heute - neben der orientierenden Ultraschalluntersuchung - das wichtigste unblutige (nichtinvasive) Diagnoseverfahren bei Erkrankungen der Gallenwege und des Gangsystems der Bauchspeicheldrüse.
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