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Sanfte Medizin - was ist das?

Bonn (ots) - Der letzte Schrei der Gefäßchirurgen lautet "mikrotherapeutischer, meist unblutiger Eingriff, um ...mittels Mikroprothesen verkalkte Herzkranzgefäße offen zu halten." Diese Nachricht (Berliner Zeitung, 23.11.99) steht hinter einem Institut für Mikrotherapie mit dem Anspruch, "sanfte Medizin" zu betreiben.
Die Richtung, nämlich immer schonendere, kleine, überschaubare Eingriffe vorzunehmen, ist richtig, nur irritiert sie durch den Begriffsklau "SANFTE MEDIZIN", ein Synonym für die Naturheilkunde schlechthin.

Was aber ist sanfte Medizin nun eigentlich?

Immer noch gehören vorbeugende, den ganzen Menschen erfassende Therapierichtungen, wie sie die Heilpraktiker anbieten, zum Spektrum der sanften Medizin. Die kann zum Beispiel recht blutig sein, wenn zur Entlastung und Entgiftung Blutegel angelegt werden.

Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten und bewährtesten Methoden, um Gefäßentzündungen, z. B. die gefürchteten Thrombosen, oder auch die Eliminierung von Gelenkergüssen schonend zu therapieren.

Schonend oder sanft heißt im Falle der Blutegel Blutreinigung und Bluterneuerung durch die Aktivierung körpereigener, enzymatischer Prozesse, so dass nebenwirkungsreiche Medikamente reduziert werden können.

Bei den Heilpraktikern gilt die Regel, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, also der Patient bereits chronisch krank ist, dann muß das ganze System entschlackt, entgiftet, entlastet werden. Die wirklich sanften Therapien der Heilpraktiker, wie z B. die Ausleitungsverfahren Blutegel, Aderlaß, Schröpfen und Eigenbluttherapie, zielen immer auf das eine: Den Organismus wieder reaktionsfähig zu machen. Das kann eine noch so winzige Mikroprothese mittels eines noch so unblutigen Eingriffes nicht leisten.

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