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Wir nehmen Stellung zu einem Artikel in „Der Spiegel" Nr. 14/5.4.99
Da hat der chronisch naturheilkundefeindliche Spiegel mal wieder ein Pamphlet geschaffen, das man auch für eine Anzeige der Ärztekammer halten könnte.
Da wird alles bunt durcheinandergewürfelt. Zu Anfang heißt es, Alzheimer und andere verloren ihr Leben "weit vor der Zeit". Später wird dann eindrucksvoll dargestellt, daß damals die Lebenserwartung noch geringer war.
Die wahren Heilsbringer waren die Hygieniker, nicht die Mediziner, die die Hygiene ja erbittert bekämpft haben und so einen Semmelweiß zum Wahnsinn trieben.
Der wachsende Wohlstand mit ausreichender Ernährung und hochwertigem Wohnraum sowie die Erkenntnis, daß Hygiene neben guter Ernährung die wichtigste Voraussetzung für ein gesundes und langes Leben ist, haben zur heutigen relativen Langlebigkeit geführt.
Unbetreitbar sind eigentlich nur die Erfolge der Chirurgie. Aber das ist keine Heilkunst, sondern Handwerk. Übersehen wird dabei aber, daß jeder chirurgische Eingriff mit einer Vielzahl von Risiken einhergeht, die es vorher gar nicht gab.
Auch die beste Technik hilft nicht gegen die Angst und den Schmerz. Krankenhäuser sind heute technisch aufgerüstet, aber personell unterbesetzt. Die wichtige Zuwendung kommt viel zu kurz. Aus Bequemlichkeit werden Patienten mit Medikamenten ruhig gestellt (Schlafmittel, weil sie den ganzen Tag nichts zu tun haben, Abführmittel, weil sie sich nicht bewegen und die Krankenhauskost üblicherweise nicht gerade zur Nachahmung geeignet ist usw.) statt sie in gesunder Lebensweise zu unterrichten.
Bis zu 20.000 Menschen sterben jedes jahr im Krankenhaus an Krankheiten, die sie nicht hatten, als sie eingeliefert wurden.
Die Schulmedizin hat mit Heilkunst nichts zu tun. Wie Herr Haber selbst feststellt, ist sie Dilettantismus auf äußerst teurem Niveau (65% Fehldiagnosen trotz - oder wegen? - teuerster modernster Technik; wo ist da der Fortschritt?).
Natürlich fehlt nicht der Hinweis auf "obskure Naturheilmittel", ganz so, als ob es die Naturheilkunde nicht schon seit Jahrtausenden gäbe. Immerhin hat die Menschheit mit Naturheilmitteln Zehntausende von Jahren überlebt.
Noch heute müssen Ärzte für Naturheilverfahren und Heilpraktiker täglich den Pfusch beseitigen, die die Kollegen der Schulmedizin mit ihrer modernen Technik und ihren modernen, schwere Nebenwirkungen auslösenden Medikamenten oft anrichten.
Und dabei haben sie gute Erfolge bei niedrigen Kosten.
Überall auf der Welt hat der Siegeszug der Schulmedizin durch falsche Versprechungen dazu geführt, die kostengünstigen Naturheilweisen zu beseitigen oder ihre Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. So stehen die Menschen dann ohne Hilfe da: den Naturheilkundigen vertrauen sie nicht mehr, die westliche (wie man in Asien sagt) Medizin können sie sich nicht leisten.
Das ist ein fatales Ergebnis, das Seuchenzüge wie den von Haber zitierten in Simbabwe erst ermöglicht.
Die Schulmedizin lebt von unerfüllten Versprechungen, wie Haber ja auch andeutet. Und Menschen glauben eben gern diesen verheißungs-, aber auch verhängnisvollen falschen Versprechungen. Jeder möchte gern gesund sein, ohne selbst etwas dafür zu tun (außer zu bezahlen). Daß dieser Weg ein Irrtum ist, wird vielfach oft zu spät bemerkt. Dann kann auch der Besuch beim Heilpraktiker nicht mehr retten, was die Schulmediziner angerichtet haben.
Zweifellos hat die Forschung viele Erkenntnisse gebracht. Aber die Heilkunst hat das nicht gefördert. Die ist durch Technik ersetzt worden, die Krankheiten geschaffen hat, die es früher gar nicht gab. Das moderne Gift ist die Angst - Angst vor Laborwerten, die früher niemand kannte und von denen die Mediziner oft selbst nicht wissen, was davon zu halten ist. Angst vor Untersuchungen, die man nicht machen läßt, weil man sich krank fühlt, sondern weil es "sein muß" (sogenannte Vorsorgeuntersuchungen, die man ehrlicherweise Versorgungsuntersuchungen für "notleidende" Mediziner nennen sollte).
Ich habe schon viele Patienten erlebt, die freudestrahlend solch eine Vorsorgeuntersuchung angeblich ganz gesund verlassen haben und kurze Zeit später - "weit vor der Zeit" - verstorben sind. Eine solche Untersuchung spiegelt eben fast immer nur einen Momentbefund wider. Mit Gesundheit oder Krankheit hat das nichts zu tun.
Andererseits produzieren solche Untersuchungen Kranke in Massen. Menschen sind nun mal nicht genormt. Jeder ist ein Individuum. Wenn man dieselben Maßstäbe wie in der Labormedizin an das Aussehen der Menschen anlegen würde, wären alle Männer über 1,80 m und unter 1,70 sowie alle Frauen unter 1,60 und über 1,70 als krank einzustufen und müßten behandelt werden, auch wenn sie sich gar nicht krank fühlen und eine eventuelle Krankheit sicherlich nicht von diesem Faktor abhängt.
Die Schulmedizin ist die moderne, teure Quacksalberei, die ihr Nichtwissen hinter unverständlichen Fachwörtern versteckt. Wer sich so weit von der Natur entfernt, alles Natürliche ("obskure Naturheilmittel") für schlecht erklärt, seinen natürlichen Sinnen mißtraut und statt dessen auf Technik setzt; wer vergißt, daß der Mensch nicht nur Körper ist wie ein Auto, das man regelmäßig zur Wartung bringt, der ist ein Scharlatan auf allerhöchstem (Kosten-)Niveau!
Da hat Dr. Hackethal in seinem Buch "Der Meineid des Hippokrates" ganz überzeugend recht: der hochgehaltene "Eid des Hippokrates" ist nichts als eine Aufforderung, sich möglichst gut auf Kosten der Patienten zu bereichern. Daß man sie beim Verdienen möglichst nicht schädigen sollte, hat die moderne Schulmedizin offenbar vergessen.
Abbildung: Der Meineid des Hippokrates -
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